KARTRENNEN ZUGUNSTEN DES WALDPIRATENCAMPS HEIDELBERG

 Die Rhein Waal Terminal GmbH veranstaltet jedes Jahr ein Kartrennen und sammelt dabei Geld für einen guten Zweck. Im Jahr 2014 sollte der Betrag dem Waldpiratencamp zugute kommen. Nachfolgend sind ein paar Fotos der Veranstaltung sowie der Link zu einem Bericht aus der "WIR", der Zeitschrift der deutschen Kinderkrebsstiftung, zu sehen:

 

www.kinderkrebsstiftung.de/presse/aktionen/aktionen-einzelansicht/article/rwt-racingday-zu-gunsten-des-waldpiraten-camps.html

 

Während der Veranstaltung verlasen wir noch einen Text, damit die Gäste einen Eindruck davon bekommen konnten, wie wichtig die Arbeit des Waldpiratencamps für die betroffenen Kinder ist:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Gäste der Rhein Waal Terminal GmbH,

 

mein Name ist Christoph Terhardt und wir, das heißt meine Frau Christiane und unsere Tochter Hannah, freuen uns, heute hier vor Ihnen zu stehen und die Arbeit des Waldpiratencamps in Heidelberg vorstellen zu dürfen. Ganz besonders bedanken möchten wir uns dafür bei der Geschäftsleitung der Rhein Waal Terminal GmbH, namentlich bei Herrn Michael Mies und Herrn Horst Thyssen.
Das Waldpiratencamp ist eine gemeinnützige Einrichtung der deutschen Kinderkrebsstiftung, das seinen Sitz auf dem Bocksberg, hoch über Heidelberg hat.
Wenn bei einem Kind Krebs diagnostiziert wird, verändert sich schlagartig sein Leben sowie das der Geschwister und Eltern. Meist stehen langwierige und zum Teil auch schmerzhafte Therapien, verbunden mit langen Klinikaufenthalten, an. Das, was bis dahin für die Kinder als normal galt, wie z.B. sich mit Freunden treffen oder einfach nur zur Schule gehen zu können, gehört dann der Vergangenheit an. Die Krankheit rückt fortan in den Vordergrund, alltägliche Dinge müssen hinten anstehen.
Glücklicherweise können heute dank des medizinischen Fortschritts viele Kinder geheilt werden, aber zur Wahrheit gehört auch, dass etwa 2000 Kinder jährlich an dieser Krankheit sterben. Neben den körperlichen Beeinträchtigungen, die diese Krankheit mit sich bringt, wird den Kindern bewusst, dass auch sie an dieser Krankheit sterben können. So kommt auf diese jungen Menschen neben den physischen auch enorme psychische Belastungen hinzu. Daher ist es wichtig, neben den notwendigen medizinischen Maßnahmen auch etwas für die Psyche der erkrankten Kinder zu tun. Ich habe einmal einem Anthroposophen, bei der unsere Tochter Carla komplementär behandelt wurde, gesagt, ich würde die Behandlung bei Krebserkrankungen auf drei Pfeilern sehen. Zum einen sei da die Schulmedizin, als zweites die Homöopathie, um zum Beispiel Nebenwirkungen von Chemotherapien zu mindern und als drittes die Esoterik, um den Körper wieder zur Ruhe zu bringen. Er sagte mir, in der Anthroposophie sehe man es genau so, nenne es nur anders, nämlich: ein Zusammenspiel von Körper- Geist- und Seele.
Und genau da, also beim Geist und der Seele, setzt die Arbeit des im Jahre 2003 gegründeten Waldpiratencamps an. Dort können die erkrankten Kinder, aber auch die Geschwisterkinder, die während der Zeit der Erkrankung ihrer Schwester oder ihres Bruders sozusagen in die zweite Reihe treten müssen, für neun Tage ihre Seele streicheln lassen und neuen Mut schöpfen für evtl. wieder anstehende Therapien. Die Leiterin des Camps, Frau Gaby Geib, drückt es so aus:“ Hier können die Kinder wieder Sonnenstrahlen tanken für dunkle Zeiten“.
Jährlich können dort etwa 400 Kinder, aufgeteilt auf zehn Campwochen, Urlaub machen. Ein hoch qualifiziertes Team aus Sozial- und Sportpädagogen, Erziehern sowie einem großen Stab von ehrenamtlichen Helfern kümmert sich rund um die Uhr um ihre Gäste und bieten den Kindern und Jugendlichen ein atemberaubendes Programm. Beispielhaft seien hier gemeinsame Kanutouren, ein Schnuppertauchkurs, ein Rundflug über Heidelberg, Mountainbikefahrten durch das Heidelberger Umland, Motorradfahrten mit dem Heidelberger Polizeimotorradclub oder Klettern im campeigenen Hochseilgarten genannt. Hier können sogar Kinder, die mobilitätseingeschränkt oder auf einen Rollstuhl angewiesen sind, testen, wie es sich anfühlt, in luftiger Höhe über schaukelnde Steege zu balancieren, natürlich mit Unterstützung von professioneller Hilfe. Aber auch von den Kindern und Jugendlichen selbst inszenierte Theater- und Tanzaufführungen werden einstudiert und vorgeführt.
Damit die Kinder die körperlichen Anstrengungen durchstehen, wird in der campeigenen Küche ein ausgewogenes und gesundes Essen zubereitet.
Neben den Aktivitäten stehen aber auch Gespräche im Vordergrund, wo die Kinder, die um die Erlebnisse der anderen Waldpiraten wissen und sich dafür nicht erklären müssen, untereinander oder mit den Pädagogen ihre Ängste und Sorgen besprechen können.
Dass das Camp Balsam für die Seelen der Kinder ist, beweisen Aussprüche, die unsere Kinder gemacht haben, die ich hier sinngemäß wiedergeben möchte. So fiel unsere Hannah meiner Frau, als wir sie Ende Juli im Camp abholten, um den Hals mit den Worten:“ Mama, weißt du, wie schön das ist, ein zweites Zuhause zu haben?“ Oder Carla sagte vor zwei Jahren, nachdem das Camp vorbei war:“ Ey Papa, das was so geil da. Alle waren so nett und auch, wenn man mal etwas nicht so gut konnte, haben mir alle „high five“ gegeben.“
Finanziert wird das Camp ausschließlich aus Spenden. Zum einen Teil wird das Camp von der Kinderkrebsstiftung unterstützt, ein weiterer Teil der Unterstützung kommt vom Dachverband der Elterninitiativen krebskranker Kinder. Ein Großteil der Finanzierung erfolgt jedoch durch private Spenden. Daher sind wir der Rhein Waal Terminal GmbH so dankbar, den Erlös der heutigen Veranstaltung dem Waldpiratencamp zukommen zu lassen. Gleichzeitig möchten wir uns auch bei Ihnen im Namen des Camps für Ihre Spenden bedanken, denn nur so kann die überaus wertvolle Arbeit des Camps weiter fortgeführt werden, damit auch zukünftig an Krebs erkrankte Kinder noch

 

„Sonnenstrahlen tanken können für dunkle Zeiten“.