ZEICHEN VON CARLA?

 Letztlich las ich ein Buch mit dem Titel „VOLL DOOF TOT ZU SEIN; WENN ALLE TRAURIG SIND“. In diesem Buch berichten Eltern, die ebenfalls ein Kind verloren haben, über Momente, in denen sie ein oder mehrere Zeichen von ihren Kindern erhalten haben.

Zum Beispiel erfuhren Eltern oder Geschwister, dass ihnen bei Entscheidungen, die es zu treffen galt, eine Entscheidungshilfe „von oben“ gesandt wurde. So berichtete eine Mutter, dass sie sich nicht entscheiden konnte, an welcher Stelle auf dem Friedhof das Grab ihres Kindes sein sollte. Plötzlich kam sie an eine Stelle, auf der eine kleine gelbe Blume blühte, obwohl es Februar und bitter kalt war. Da ihr verstorbener Sohn immer Blumen mochte, wurde ihr so gezeigt, wo das Grab sein sollte.

Aber auch, wenn der Schmerz über den Verlust des Kindes und die Trauer nicht mehr auszuhalten war, wurden von den Verstorbenen Zeichen geschickt. So fand eine Mutter am Strand plötzlich eine weiße Feder, die trotz starkem Wind und Regen, liegen blieb und völlig trocken war.

Viele werden sagen, dass das nur Hirngespinste sind. Auch ich bin eher ein realistischer Mensch, der, bevor unsere Tochter erkrankte, der Spiritualität abweisend gegenüber stand. Durch die Erkrankung habe ich jedoch erkannt, dass einem die Spiritualität Halt gibt und eine Stütze sein kann. Es geht nicht darum, das Schicksal zu beeinflussen. Was geschehen soll, dass wird auch geschehen. Es geht um Akzeptanz, und darum, dass Schicksal anzunehmen und damit zu leben. Aber wie soll man sich damit abfinden, dass man sein geliebtes Kind für immer gehen lassen muss?

Es ist die Hoffnung darauf, dass der Mensch über den Tod hinaus weiterlebt- ohne Schmerzen, ohne Gebrechen, ohne Hass, ohne Neid- in purer göttlicher Liebe. Aber wie soll man wissen, ob es auch wirklich so ist? Es gibt Berichte von Menschen, die eine Nahtoderfahrung hatten. Viele der Berichte ähneln sich, oft wurde ein helles, warmes Licht gesehen, auf das sich die Personen zu bewegten. Es wurden Landschaften wahrgenommen, die so schön waren, dass sie mit Worten eigentlich nicht zu beschreiben waren. Einige begegneten bereits verstorbenen Angehörigen oder Freunden. Dabei trafen sie auch auf Verstorbene, die sie in ihrem eigenen Leben nicht gekannt hatten. Und es wird von einem Gefühl entgegen gebrachter Liebe berichtet, die sie in ihrem irdischen Leben bislang nicht erlebt hatten. Manche beschrieben es als die göttliche Liebe. Und alle sind sich darüber einig, dass das, was sie gesehen und erlebt hatten, absolut real war.

Ein schöner Gedanke, dass das eben geschilderte auch auf uns wartet, wenn wir gestorben sind. Das Problem daran ist aber, dass alle, die das berichten, wieder zurückgekommen sind. Alle lebten nach ihren größtenteils phantastischen Erlebnissen wieder hier auf Erden weiter.

Die medizinische Fachwelt denkt über Nahotderfahrungen anders. Wissenschaftler der amerikanischen University of Michigan in Ann Arbor haben bei Tests an Ratten festgestellt, dass etwa 30 Sekunden, nachdem der Herzstillstand eintrat, bei den Tieren die Hirnaktivität rasant anstieg. Da etwa jeder fünfte Mensch, der einen Herzstillstand hatte, nach der Reanimation von einem Nahtoderlebnis berichtete, könne die gesteigerte Hirnaktivität, so die Meinung der Forscher, eine Begründung für die „Begegnungen mit dem Jenseits“ sein.

Es würde eventuell erklären, dass die Personen eine Rückschau, eine schnelle Abfolge von Bildern und Szenen aus dem eigenen Leben, erleben. Dabei werden sie nicht nur ihrer eigenen Gefühle bewusst, sondern konnten auch die Gefühle derer spüren, mit denen sie in den Szenen zu tun hatten. Aber wie ist es dann zu erklären, dass außerkörperliche Erlebnisse geschildert wurden, bei denen die Personen ihren eigenen, toten Körper verließen und sich an andere Orte begeben konnten? Nach der Reanimation berichteten sie dann über Personen oder Räume, die sich vom „Sterbeort“ zum Teil weit weg befanden.

Beeindruckend für mich war jedoch eine junge Frau, die in einer Fernsehsendung von ihren Nahtoderlebnissen nach einem schweren Autounfall berichtete und die ebenfalls mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Tests konfrontiert wurde. Danach gefragt, was sie von den Ergebnissen hielte, sagte sie sinngemäß:“ Mir ist egal, was die Wissenschaft sagt und herausfindet. Für mich war das Erlebte absolut echt und ich weiß, dass ich hier auf Erden noch etwas zu erledigen habe, bevor ich wieder gehen muss.“

Aber haben auch wir Zeichen von Carla erhalten?

Während des Trauergottesdienstes im Januar 2013 haben wir einen selbstverfassten Text, in dem wir über Carla’s Leben berichteten, vorlesen lassen. Unter anderem erzählten wir eine Geschichte, die Carla mit einer Freundin erlebt hatte. Beide hatten einen toten Maulwurf im Garten gefunden. Nachdem sie ihn zuerst begraben hatten, überlegten sie anschließend, ihn einer näheren Untersuchung zu unterziehen. Dazu gruben sie ihn wieder aus, wuschen ihn ab und versuchten, ihn mittels Plastikbesteck einer pathologischen Untersuchung zu unterziehen. Als dieses jedoch misslang, wurde das Tier erneut von beiden gemeinsam begraben.

Als ich am nächsten Tag zu Carla’s Grab kam, hatte ein Maulwurf an der Stelle, an der der Bestatter am Tag zuvor das kleine Holzkreuz in die Erde gesteckt hatte, einen stattlichen Maulwurfshügel aufgeworfen.


 

Natürlich kann man jetzt sagen, es war Anfang Februar, der Boden war noch hart gefroren und die Stelle, an der die Urne in die Erde gelassen wurde (und wo anschließend auch das Kreuz in der Erde steckte) der einzige Teil des Bodens war, an dem der Maulwurf „Luft schnappen konnte“. Für uns war es auf jeden Fall ein Zeichen von Carla, dass ihr die Geschichte gefallen hat. Zumal am 1. Februar 2014, genau auf den Tag ein Jahr nach der Beerdigung, ein Maulwurf an derselben Stelle wieder einen Hügel aufgeworfen hatte.

 


 

 

Zufall?? - Wir glauben nicht!