30.07.2013- CARLA'S GEBURTSTAG

 Heute ist dein Geburtstag

 

Der erste Geburtstag ohne Carla. Schon lange vor dem 30. Juli hatten wir ein mulmiges Gefühl im Magen. Wie sollen wir mit dem Tag umgehen. Christiane hat schon des öfteren erwähnt, dass es ja ihr Geburtstag und damit ein Freudentag sei. - Aber eben ohne Carla!

Dass wir den Tag nicht wie einen „normalen“ Geburtstag feiern wollten, war uns schon von vorne herein klar. Aber wie dann? Wir wussten es erst nicht. Vielleicht sollten wir an diesem Tag wegfahren; aber wohin? Oder sollten doch die Familie und einige Freunde kommen?

Wir entschieden uns spontan dafür, den Tag so normal wie möglich verbringen zu wollen . Hannah meinte, es solle auf keinen Fall eine Party geben. So entschlossen wir uns dazu, diesen Tag mit Regina, einer Freundin von uns, und ihren beiden Kindern Jannes und Elena auf einem Ponyhof zu verbringen. Wir waren der Meinung, dass es uns auf andere Gedanken bringen werde.

Nachdem wir am Geburtstagsmorgen ausgiebig gefrühstückt hatten, packten wir den Rucksack und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Friedhof. Es war ein herrlicher, sonniger Sommermorgen. Wir pflückten auf den Weg dorthin viele Blumen und Gräser, so dass wir am Ende des Spaziergangs einen üppigen, wunderschönen Sommerblumenstrauß in unseren Händen hielten, den wir auf Carla’ s Grab stellen konnten.


Als wir auf dem Friedhof ankamen, saß bereits Regina mit ihren Kindern auf der Bank neben Carla's Grab. Wir freuten uns, zu sehen, dass schon einige Leute dort gewesen waren und Blumen, Geschenke, Glückwunschkarten und Kerzen gebracht hatten und uns so zeigten, dass auch sie an Carla’s Geburtstag dachten.

Nach einiger Zeit machten wir uns wieder auf den Rückweg. Wir fuhren zum Ponyhof und verbrachten dort einen wunderschönen Tag, der uns allen gut tat. Hannah entpuppte sich als perfekte Babysitterin, die die Ponys führte, Elena die Haare flocht und den beiden an den Spielgeräten half. Auch uns tat es gut, Hannah so fröhlich an diesem Tag zu sehen. Wir waren froh, uns so entschieden zu haben, denn so kamen wir auf andere Gedanken, und Carla war trotzdem präsent. Heiterkeit, Traurigkeit und Weinen wechselten sich ab, wir ließen unseren Gefühlen freien Lauf...denn wir konnten und wollten unsere Emotionen nicht kontrollieren.