SEIN LEBEN

TÜN SCHNEIDERATH
war
ART VAN RHEYN















 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DIE KINDHEIT
DIE KRIEGSJAHRE
DIE SCHULZEIT
DAS TENNIS
DAS ERSTE BUCH

Tün Schneiderath wurde am 29. 3.1939
als zweites Kind, der Eheleute Luise und Karl
Schneiderath in Wesel geboren.

Geboren wurde Tün als Günter Schneiderath, doch seine 3 Jahre ältere Schwester Ruth sorgte schon ein paar Monate nach seiner Geburt dafür, dass aus Günter, Tünter wurde ( in Ermangelung eines unaussprechbaren G's in diesem Alter.

Seine Eltern sowie andere Erwachsene verstanden den Niedlichkeitsfaktor noch unter zu bringen. So wurde dann aus Tünter das Tünnemännchen. Da das Tünnemännchen auf Dauer zu zu lang zum rufen wurde, Zuhause blieb er bis zum Schluß "Tün", wohingegen bei veieln Schul- und Sportfreunden daraus Tön wurde. Der erste Ballkontakt kam auch schon im Alter von einem Jahr zustande, obwohl der damals anders aussah.

Tün war immer sehr experimentierfreudig. Ob in den kleinen Mund wohl so ein großer Ball passt, oder er probierte wie viel Schokolade man wohl essen konnte, bis das Gesicht vollkommen verschmiert war. Allerdings hatte dies auch zur Folge, dass er viele Jahre später eines Tages nach Hause kam und in Moyland erster Sieger im Herren Einzel geworden war und auf seinem Pokal stand: Anton Schneidertah.Die Kindheit der Geschwister Ruth und Tün Schneiderath war bis zum Kriegsende 1945 von vielen Schulwechseln und Umzügen gezeichnet. Mutter Luise wurde mit den Kindern zunächst ins Sauerland evakuiert, weil es in Wesel zu gefährlich wurde.

Vater Karl hielt die Stellung in Wesel, wo er schon seit Anfang der dreißiger Jahre mit seiner Frau zusammen einen Süßwarengroßhandel betrieb. Er hatte Glück, weil er für die Aufrechterhaltung der Lebensmittelversorgung mit verantwortlich war und nicht eingezogen wurde. Er stand nicht auf der Seite der politischen Ausrichtung, die in Deutschland in diesen Tagen herrschte, wusste aber auch, dass er sich bedeckt halten musste. Als es zur Bombadierung Wesels kam, im Februar 1945, hatte er bis dahin sein Geschäft aufrecht gehalten und sich bei der Freiwilligen Feuerwehr gemeldet. Nach dem Angriff war von Wesel so gut wie nichts mehr übrig geblieben. Die Stadt war völlig zerstört und auch seine Existenz und die seiner Familie. Kein Zuhause und kein Geschäft mehr. Es ging fast allen so. Jetzt hieß es Ärmel hochkrempeln und wieder neu anfangen. Tün und Ruth kamen aus dem Sauerland wieder und verbrachten die nächsten Jahre in Drevenack. Das Haus an der Schillstr. war bis auf den Kellerraum komplett zerstört. Karl begann, wie viele Weseler sofort mit den Aufräumungsarbeiten damit man so schnell wie möglich mit dem Wiederaufbau beginnen konnte. Ruth und Tün gingen in Drevenack zur Volksschule, wo sie viele neue Freundschaften schlossen, die teilweise bis heute andauern. In dieser Zeit war ihre Kindheit relativ normal und unbeschwert, soweit man das in der Nachkriegszeit sagen konnte. 1950 war das neue Haus an der Schillstr. so gut wie fertig gestellt und der Betrieb hatte schon seit längerem wieder angefangen. Tün war elf Jahre und ging in Wesel zum Jungengymnasium. Hier schloß er Freundschaften, die teilweise ein Leben lang hielten. Einer davon war Stümmel (Hans-Peter Stumpen). Stümmel sollte einige Jahre später dafür sorgen, dass Tün's Berufung das Tennis sein würde und das kam so: Stümmel war sehr sportlich und hatte bereits einige Erfolge in der Leichtathletik errungen, als sein Vater vom Vorstand der Ruder-und Tennisgesellschaft Wesel auf die sportlichen Leistungen seines Sohnes angesprochen wurde. Die RTGW suchte Nachwuchs für die Tennisabteilung. Stümmel wollte unbedingt seinen Freund Tün mit zum Tennis nehmen und do wurde ein Hobby zum Beruf und ein Beruf zur Berufung. Die beiden blieben weiter beste Freunde aber Stümmel kehrte nach einem Jahr Tennis zurück zur Leichtathletik. Tün dagegen blieb beim Tennis.Bis zu seinem Tod gab es zwei Dinge, die sein Leben prägten: Das Tennis und das Schreiben.